Einschlafen und Durchschlafen: Ein Erfahrungsbericht – Teil 1

In den Wochen nach der Geburt haben Babys ihren ganz eigenen Schlaf-Rhythmus. Er erstreckt sich über Nacht und Tag und beinhaltet in der Regel zunächst keine längeren Schlafphasen. Als Erwachsener, der an einen langen Schlaf in der Nacht gewöhnt ist, werden die ersten Wochen und Monate mit einem Baby so zu einer Umstellung, die manche mehr, manche weniger anstrengend empfinden.
Oft hängt dies davon ab, wie man sich das Schlafen nachts organisiert und ob man die Möglichkeit hat, tagsüber, wenn das Baby schläft, sich selber auch auszuruhen und etwas Schlaf nachzuholen.

Mit der Zeit wird das Baby dann immer mehr nachts schlafen und tagsüber wach sein, sodass man als Eltern ganz langsam zu seinem normalen Schlafrhythmus zurückfinden kann. Bis ein Baby durchschläft kann ganz unterschiedlich viel Zeit vergehen – und einige Kinder wachen, auch wenn sie größer sind, immer noch nachts auf und müssen sich erst der Nähe der Eltern vergewissern, bevor sie wieder einschlafen können.

Jedes Baby schläft auf seine Art durch

Durchschlafen wird von allen Eltern etwas unterschiedlich verstanden. Manchmal schläft ein Baby schon durch, wenn es vier Stunden am Stück schläft, manchmal ist mit Durschlafen erst gemeint, wenn das Baby zehn bis zwölf Stunden ohne wach zu werden schläft.

Wie Babys an das nächtliche Durchschlafen herangeführt werden können, zeigen wir euch in zwei Erfahrungsberichten. Beides sind ganz persönliche Methoden, die vielleicht eine Inspiration für andere Eltern sein können, ihren ganz eigenen Weg zum gemeinsamen Durchschlafen zu finden.

Kuscheln statt Stillen

„Als mein Baby sechs Monate alt war, erwähnte die Kinderärztin bei der Vorsorgeuntersuchung, dass Babys ab diesem Alter physiologisch nachts keine Stillmahlzeit mehr brauchen. Obwohl dies wissenschaftlich nicht ganz eindeutig erwiesen ist, war dies doch der Anstoß für mich das nächtliche Stillen zu reduzieren, um so langsam zu längeren Schlafphasen zu kommen.

Bis dahin hatte ich Tag und Nacht nach Bedarf gestillt und mein Baby schlief nachts direkt neben mir, sodass wir ganz unkompliziert, ohne wirklich wach zu werden, stillen und weiterschlafen konnten. Trotzdem sehnte ich mich nach diesem Gefühl ganz tief geschlafen zu haben, das man erst hat, wenn man mehrere Stunden am Stück geschlafen hat.

Nächtliches Stillen reduzieren

Mein Ziel war es, mein Baby ganz sanft an immer weniger nächtliche Stillmahlzeiten zu gewöhnen, seinem Bedürfnis nach Nähe jedoch mit engen Körperkontakt nachzukommen. Anfangs zögerte das Kuscheln das Stillen nur um wenige Minuten hinaus, und oft wurden wir beide dadurch wach. Doch ganz langsam Nacht für Nacht wurden aus den Minuten auch mal eine halbe oder sogar eine ganze Stunde. So stillte ich mit der Zeit am Anfang der Nacht über mehrere Stunden nicht mehr, sodass wir alle ein paar Stunden am Stück schlafen konnten.

Nach zwei Monaten, als mein Baby acht Monate alt war, stillte ich nachts nur noch zwei Mal, nachdem ich mein Baby gegen acht ins Bett gebracht hatte und wir gegen acht wieder aufstanden. Tagsüber stillte ich weiterhin nach Bedarf.

Nach zwei weiteren Monaten, mit gut zehn Monaten, stillte ich dann nachts gar nicht mehr. Tagsüber bekam mein Baby immer mehr Beikost, sodass auch da das Stillen langsam reduziert wurde.

Sanftes Ansprechen, um wieder einzuschlafen

Wenn mein Baby nachts wach wurde, nahm ich es anfangs eng zu mir heran, sodass es so wieder einschlafen konnte. Nach einiger Zeit reichte es oft aus, dass ich nur meine Hand auf seinen Bauch legte, seine Hand in meine nahm oder es kurz sanft ansprach, damit es meine Anwesenheit spürte und weiterschlafen konnte.

Immer wieder gab es auch Nächte, wo wieder mehr gekuschelt wurde, oder anfangs auch doch wieder mehr gestillt. Dies war vor allem dann, wenn mein Baby krank war, es Zähne bekam, oder wir an einem neuen Ort schliefen. Doch meistens konnten wir nach wenigen Nächten uns wieder weiter Richtung Durchschlafen bewegen.

Mein Kind schläft durch

Nun, mit einem Jahr, würde ich sagen: „Mein Kind schläft durch.“ Es schläft in seinem eigenen Bettchen, das neben unserem steht. Nachts wird es zwar immer noch immer wieder leicht wach, macht ein kurzes Geräusch oder dreht sich um. Es kann jedoch ganz von selbst wieder zurück in den Schlaf finden, sodass ich morgens, wenn wir aufwachen endlich wieder diese Gefühl habe, die ganze Nacht durch ganz tief und fest geschlafen zu haben.“

 

Ein Gedanke zu „Einschlafen und Durchschlafen: Ein Erfahrungsbericht – Teil 1“

  1. Sehr schöner Beitrag. Ja das ist der Standardspruch den man aus sämtlichen Richtungen hört … schläft sie/ er denn schon durch?
    phu…ich konnte diesen Spruch schon nicht mehr hören. Besonders wenn die eigene Tochter in den ersten zwei Jahren nicht ein einziges mal durch geschlafen hat….Aber zum Glück haben auch wir irgendwann eine Lösung gefunden OHNE schreien lassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte löse die Rechenaufgabe, um den Kommentar abschicken zu können.