Einschlafen und Durchschlafen: Ein Erfahrungsbericht – Teil 2 (Gastbeitrag)

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Besonders in den ersten Monaten nach der Geburt sind die Themen Schlaf und Schlafmangel sehr präsent im Alltag einer frischgebackenen Familie. Für jede Familie gibt es einen individuellen Weg mit dieser Zeit umzugehen. In einem unserer letzten Blog-Artikel konntet ihr bereits lesen, wie wir in unserer Familie wieder dazu gefunden haben, dass am Morgen alle erholt und ausgeschlafen sind.

Heute erzählt Marie, die mit ihrem Verlobten und ihrer gemeinsamen Tochter in Los Angeles wohnt, wie sie auf ganz sanfte Art und Weise schon früh ihre persönliche Schlafroutine entwickelt haben.

„Nachdem unsere Tochter gut zehn Wochen alt war, habe ich regelmäßige Still- und Schlafenszeiten eingeführt. Dies hat – zusammen mit ein paar anderen Maßnahmen – unserer Familie geholfen, den Bedürfnissen aller gerecht zu werden. Schon früh konnten wir so die Nacht zum Schlafen und Erholen nutzen, um dann ausgeruht in den Tag zu starten.

Regelmäßige Still- und Schlafenszeiten

Ausgehend von dem natürlichen Rhythmus unserer Tochter, haben wir feste Zeiten zum Schlafen und Stillen über den Tag verteilt eingeführt. Dabei hat unsere Tochter vormittags den Großteil geschlafen und Nachmittags nur noch ein kürzeres Nickerchen gemacht. Nach jeder Schlafphase habe ich sie gestillt, damit sie das Stillen als Start in eine aktive Phase kennenlernt.

Festen halt geben

Unsere Tochter schlief die ersten sechs Monate in einer Wiege, die direkt neben unserem Bett stand. Vor allem in den ersten Monaten, ist sie oft von ihren eigenen Reflexen aufgewacht.

Der Moro Reflex, der allen Babys angeboren und besonders in den ersten Monaten sehr ausgeprägt ist, führt dazu, dass bei vielen Babys vor allem beim Übergang in die Tiefschlafphase die Arme reflexartig nach oben fliegen. Oft wacht das Baby davon wieder auf.

Um unserer Tochter einen festen Halt zu geben, haben wir sie deswegen zum Schlafen mit einem Pucktuch gepuckt. Bevor sie anfing sich umzudrehen, sind wir auf einen sogenannten „Swaddle Cocoon“ umgestiegen. Das ist ein elastischer Pucksack, der das Baby von den Füßen bis zu den Schulter umhüllt.

Nach ungefähr einer Woche ist sie damit nicht mehr durch den Moro Reflex aufgewacht. Als sie anfing sich zu drehen, sind wir problemlos auf einen Schlafsack umgestiegen.

Unser Einschlafritual

Zusätzlich zu den regelmäßigen Schlaf- und Stillzeiten haben wir auch ein festes Einschlafritual eingeführt, das wir sowohl tagsüber vor jedem Nickerchen machen, als auch als Abendritual. Dadurch hat sich unsere Tochter schnell daran gewöhnt, dass sie sich durch das Ritual entspannen kann und hat gelernt, dass Zeit zum Schlafen und Sich-Erholen ist.

Für unser Einschlafritual pucke ich unsere Tochter. Danach dunkle ich den Raum ab und senke meine Stimme. Ich interagiere nur noch ganz ruhig und möglichst wenig mit ihr, sodass sie selber auch ruhig werden kann. Zum Einschlafen biete ich ihr ein Schmusetuch an und schalte ihre Spieluhr ein.

Split Feed und Dream Feed

Vor allem sehr kleine Babys schlafen oft beim Stillen ein. Damit unsere Tochter abends gut gesättigt einschläft, habe ich den „Split Feed“ eingeführt. Dabei teilt man die abendliche Stillmahlzeit auf und stillt bereits die erste Brust ungefähr eine dreiviertel Stunde bevor das Baby ins Bett geht. Dann mache ich sie bettfertig und bevor unsere Tochter einschläft, stille ich sie an der anderen Brust. Dadurch schläft sie gut gesättigt und entspannt ein.

Wenn ich einige Stunden später selber ins Bett gehe, bekommt unsere Tochter noch einmal einen „Dream Feed“. Dafür nehme ich sie behutsam aus ihrer Wiege, ohne dass sie aufwacht und stille sie im Schlaf. Dadurch kann unsere Tochter über eine längere Zeit schlafen, ohne wegen einem Hunger- oder Durstgefühl aufzuwachen. Dies gibt uns allen wertvolle Stunden nächtlichen Schlaf.

Mit unserem Abendritual, sowie dem „Split Feed“ und dem „Dream Feed“ hat unsere Tochter auch gelernt, ihren natürlichen Schlafzyklus auszudehnen und längere Zeitblöcke in ihrer Krippe zu schlafen. Dadurch hat sie bereits mit gut fünf Monaten durchgeschlafen.

Eine Zeit lang war unser Familienleben etwas von der Uhr geprägt. Nun ist unsere Tochter neun Monate alt und wenn wir gemeinsame Zeit am Wochenende verbringen, sind wir wieder flexibler geworden. Denn wir wissen, dass unsere Tochter erholt ist und auch Nachts wieder gut schlafen wird.“

 

1 Gedanke zu „Einschlafen und Durchschlafen: Ein Erfahrungsbericht – Teil 2 (Gastbeitrag)“

  1. Danke für deinen wundervollen Erfahrungsbericht! Meine Tochter lasse ich auch oft beim schlafen trinken. Für mich ist es angenehm, und sie muss nicht später aufwachen, weil sie hunger hat. Ich denke, da muss jede Mama selbst schauen, wie sie es handhabt.

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