Wie lange sollte man sein Baby stillen?

Stillen muss gelernt werden. Viele Frauen haben am Anfang kleinere oder größere Schwierigkeiten damit. Bis auf ganz wenige Ausnahmen kann jede Frau stillen und hat auch über die gesamte Stilldauer ausreichend Muttermilch zur Verfügung, da sich diese innerhalb weniger Tage dem Bedarf anpasst.

Wird ein Baby öfter angelegt, steigert der Körper die Milchproduktion. Stillt man es weniger, geht die Milchproduktion zurück.

6 Monate lang ausschließliches Stillen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Babys sechs Monate lang ausschließlich zu stillen.

Das bedeutet, dass das Baby nichts anderes, als Muttermilch zu sich nimmt. Die Muttermilch besteht aus hoch konzentrierten Nährstoffen und zu fast 90% aus Wasser. Deswegen brauchen Babys auch an heißen Sommertagen keine weiteren Getränke zur Muttermilch. Wasser oder Tee gibt man in den ersten sechs Monaten nur dann, wenn der Kinderarzt dies ausdrücklich anordnet.

Ist das Baby sechs Monate alt, kann man beginnen feste Nahrung einzuführen, wie beispielsweise püriertes Obst oder Gemüse. Während das Baby und dessen Verdauung sich an die Beikost gewöhnen, soll die Stillmenge zunächst nicht reduziert werden.

Neben der Beikost empfiehlt die WHO bis mindestens zum zweiten Geburtstag des Kindes weiter zu stillen.

Diese Empfehlungen sind für viele Mütter in unserer Gesellschaft nicht leicht umzusetzen, da Faktoren wie die Rückkehr in den Beruf oder die gesellschaftliche Akzeptanz des Stillens hinderlich sein können.

Den Empfehlungen der WHO zu folgen kann bedeuten, dass man eine Stillmahlzeit pro Tag beibehält, während das nun zum Kleinkind heran gewachsene Baby den restlichen Tag über an den Familienmahlzeiten teilnimmt. Es kann aber auch heißen, dass man sein Kind zusätzlich zu den gemeinsamen Mahlzeiten weiterhin nach Bedarf stillt.

Stillen je nach Bedarf des Babys

Die Devise heißt „Stillen nach Bedarf“. Das bedeutet, dass das Baby vorgibt, wie oft es gestillt werden möchte. Auch während der Beikost wird das Stillen nach Bedarf beibehalten, bis das Baby ausreichend selbstständig isst und trinkt. Erst dann kann man mit dem langsamen Abstillen beginnen und die Stillmahlzeiten bewusst reduzieren.

Ein fixer Plan oder feste Stillzeiten entsprechen nicht den Bedürfnissen des Babys. Babys haben einen ganz unterschiedlichen Bedarf nach Muttermilch. Manche brauchen viele nah beieinander liegende Stillmahlzeiten am Tag. Andere lasse auch mal längere Pausen zwischen den Stillmahlzeiten. Faktoren wie (sich anbahnende) Krankheiten, Bewegungen der Zähne oder eindrucksvolle Erlebnisse beeinflussen den täglichen Stillbedarf des Babys.

Um das Still- und Saugverhalten des Babys nicht negativ zu beeinflussen, sollten Fläschchen und Schnuller vermieden werden. Sie führen oft zu einem verfrühten Abstillen.

Stillen hat Vorteile für Kind und Mama

Es ist wissenschaftlich eindeutig erweisen, dass Muttermilch die ideale Nahrung für Babys und für Kleinkinder ist, da sie all die Nährstoffe enthält, die für eine gesunde Entwicklung nötig sind. Deswegen ist es das Beste für das Baby, wenn es die ersten sechs Monate ausschließlich Muttermilch erhält und weit darüber hinaus zur Beikost mit Muttermilch versorgt wird.

Muttermilch ist ein sicheres Nahrungsmittel und versorgt Baby und Kleinkind mit wichtigen Antikörpern, die es vor Krankheiten wie beispielsweise Durchfall oder Lungenentzündung schützen. Erwachsene, die als Baby ausreichend lange gestillt wurden, sind ihr Leben lang gesünder und zudem seltener übergewichtig. Ein spannender Fakt: diese Erwachsenen schneiden auch in Intelligenztests besser ab.

Fläschchenmilch hat all diese gesundheitlichen Vorteile nicht. Sie ist ein Ersatz dafür, wenn das Stillen nicht möglich ist.

Stillen ist aber nicht nur wichtig für die Gesundheit des Babys, sondern hat auch Vorteile für die Mutter. Muttermilch ist kostenlos verfügbar, muss nicht zubereitet werden und hat immer die ideale Temperatur. Stillen verringert dadurch den Arbeitsaufwand für die Mutter. Zudem reduziert es ihr Risiko an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken, hilft eine Wochenbettdepression zu vermeiden und unterstützt die Mutter natürlich bei der Gewichtsregulierung nach der Geburt.

 

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